Ein Erbschein ist ein amtliches Dokument in Deutschland, das von einem Nachlassgericht ausgestellt wird. Er dient als Nachweis darüber, wer Erbe nach einem Verstorbenen geworden ist und welche Rechte im Rahmen der Erbschaft zustehen. Dieser Schein ist besonders wichtig, wenn es darum geht, über Nachlassgegenstände zu verfügen, also beispielsweise ein Bankkonto des Verstorbenen aufzulösen oder eine Immobilie umzuschreiben.

Der Erbschein beinhaltet in der Regel folgende Informationen:

  1. Die Erben: Das Dokument listet alle Personen auf, die nach dem Gesetz oder durch ein Testament als Erben in Frage kommen.
  2. Die Erbquote: Es wird der Anteil am Erbe angegeben, der den jeweiligen Erben zusteht.
  3. Besondere Vermerke: Wenn die Erbschaft zum Beispiel unter einer Bedingung oder Auflage steht, wird dies ebenfalls im Erbschein vermerkt.

Um einen Erbschein zu erhalten, müssen die Erben einen entsprechenden Antrag beim Nachlassgericht stellen und ihre Erbberechtigung nachweisen, üblicherweise durch Vorlage der Sterbeurkunde des Erblassers und gegebenenfalls eines Testaments oder Erbvertrags.

Einen Verfahrensvertretung durch einen Rechtsanwalt ist i.d.R. zu empfehlen, wenn komplizierte Rechtsfragen zu klären sind oder wenn größere Vermögen zur Nachlassmasse gehören. Teilweise beschleunigt auch eine Beantragung des Erbscheins durch einen Rechtsanwalt die Erteilung erheblich.

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