Die Beträge für den Kindesunterhalt steigen erneut zum 1. Januar 2024. Das OLG Düsseldorf hat hierzu wieder die maßgebliche Düsseldorfer Tabelle aktualisiert. Wie bisher auch, werden die Bedarfssätze erhöht.

Bei einem Monatseinkommen von bis zu 2.100 € ergeben sich nach der neuen Düsseldorfer Tabelle in Abhängigkeit vom Kindesalter monatliche Unterhaltszahlungen in folgender Höhe (sog. Mindestunterhalt):

0 bis 5 Jahre: 480 € (Erhöhung um 84 € im Vergleich zu 2023),
6 bis 11 Jahre: 551 € (Erhöhung um 96 €),
12 bis 17 Jahre: 645 € (Erhöhung um 112 € ),
ab 18 Jahren: 689 € (Erhöhung um 120 €),

Bei höherem Einkommen ergeben sich nach bestimmten Staffelungen höhere Beträge. Die vollständige Düsseldorfer Tabelle 2024 mit den jeweiligen konkreten Werten kann unter diesem Link abgerufen werden.

Für volljährige Kinder, welche Anspruch auf Barunterhalt haben und einen eigenen Hausstand führen, beträgt der Unterhaltsbetrag weiterhin unverändert 930 € (statt bisher 860 €) monatlich.

Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Leitlinie, die zur Ermittlung des Kindesunterhalts genutzt wird. Sie wird immer dann relevant, wenn Eltern getrennt voneinander leben und ein Elternteil Unterhaltszahlungen für ein gemeinsames Kind zu leisten hat. Voraussetzung ist, dass das Kind minderjährig oder privilegiert ist (unverheiratet, jünger als 21 Jahre, im Elternhaus lebend und noch in erster Ausbildung).

Auch wenn sie keinen Gesetzescharakter hat, orientieren sich die meisten Gerichte an den Unterhaltssätzen der Düsseldorfer Tabelle. Das OLG Düsseldorf aktualisiert die Tabelle regelmäßig. Es arbeitet dabei mit allen Oberlandesgerichten sowie den Experten vom Deutschen Familiengerichtstag zusammen.

 

Abzug des hälftigen Kindergeldes

Bei der Berechnung des Kindesunterhalts zu beachten ist auch das Kindergeld.

Die Hälfte des Kindergeldes kann nämlich grundsätzlich vom Unterhaltssatz abgezogen werden.  Für alle Kinder beträgt das volle Kindergeld seit dem 01.01.2023 250,00 €.

Bis zum 31.12.2022 waren es noch 219 € für die erste beiden Kinder, 225 € für ein drittes Kind und 250 € für ein viertes Kind. Eine Übersicht zur historischen Entwicklung der Höhe des Kindergeldes finden Sie hier).

Für alle Kinder wird daher weiterhin das hälftige Kindergeld in Höhe von 125,00 € vom Tabellenbetrag abgezogen.

 

Selbstbehalt

Auch die Selbstbehaltsbeträge wurden zum 01.01.2024 wieder erheblich erhöht.

Für den Kindesunterhalt gilt für berufstätige, unterhaltspflichtige Elternteile ein Selbstbehalt in Höhe von 1.450 € (statt bisher 1.370 €). Für Nichterwerbstätige beträgt der Selbstbehalt nun 1.200 €.

Beim Ehegattenunterhalt gilt nun eine Selbstbehalt von 1.600 € (statt 1.510 € bis zum 31.12.2023) für Erwerbstätige gemäß Ziffer 21 ff. der Unterhaltsleitlinien.

Zu beachten ist jedoch, dass bei einer Unterschreitung des Selbstbehalts erhöhte Erwerbsobliegenheiten bestehen (z.B. volle Ausschöpfung der Arbeitskraft auch über 40 Stunden pro Woche hinaus) und bestimmte Ausgaben nicht mehr als vom Einkommen abzugsfähig gelten (z.B. ggf. Pkw-Kosten, Pauschalen für berufsbedingte Aufwendungen etc.).

 

Unterhaltsleitlinien / Düsseldorfer Tabelle

Letztlich ist auch zu beachten, dass jedes Oberlandesgericht für seinen Gerichtsbezirk gesonderte Unterhaltsleitlinien veröffentlicht und sich hierdurch auch lokale Unterschiede ergeben können. Die Unterhaltsleitlinien ausgewählter Oberlandesgerichte können hier abgerufen werden (die Unterhaltsleitlinien für das Jahr 2024 werden meist erst im Laufe des Janaurs aktualisiert):

Weitere Übersichten aller OLG-Bezirke finden Sie hier.

 

Mehrbedarf und Sonderbedarf

Abschließend weisen wir darauf hin, das sog. Mehrbedarf (z.B. Kinderbetreuungskosten) und Sonderbedarf (z.B. Klassenfahrten) in den Tabellensätzen nicht enthalten ist und daher den Unterhaltsbetrag ggf. noch erhöht.

 

Stand: 18.12.2023

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